Kurz erklärt: Was ist Selbsthilfe?
Selbsthilfe ist ein freiwilliger, vertraulicher Austausch zwischen Menschen mit gemeinsamer Erfahrung. Bei bipolarer Störung richten sich Angebote an Betroffene, an Angehörige oder an beide gemeinsam.
Selbsthilfe kann entlasten, Wissen erweitern, Isolation verringern und Handlungsoptionen sichtbar machen. Sie ist keine Behandlung, keine Diagnose und kein Krisensystem. Änderungen an Medikamenten gehören ausschließlich in ärztliche Hände.
Was Selbsthilfe bedeutet
Selbsthilfe beruht auf drei Grundgedanken: gemeinsame Erfahrung, Freiwilligkeit und Vertraulichkeit. Wer teilnimmt, entscheidet selbst über Inhalte, Tiefe und Verbleib. Niemand muss sprechen, bekennen oder eine bestimmte Haltung zur Diagnose zeigen.
Selbsthilfe hat in Deutschland eine lange Tradition und wird über Selbsthilfekontaktstellen, Fachgesellschaften und Verbände strukturell unterstützt. Für die bipolare Störung sind vor allem die Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen (DGBS), die Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) und der Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen (BApK) zentrale Anlaufstellen.
Selbsthilfe, Behandlung und Peerberatung
Selbsthilfe, Psychotherapie, medizinische Behandlung, Psychoedukation und Peerberatung sind unterschiedliche Angebote mit unterschiedlichen Aufgaben. Sie können sich ergänzen.
Selbsthilfe
- Austausch unter Menschen mit eigener Erfahrung
- meist ohne Fachperson
- freiwillig und kostenfrei
- keine Diagnose, keine Therapie
Peerberatung
- Beratung durch geschulte Genesungsbegleiter
- oft im Einzelgespräch
- häufig an Kliniken oder Beratungsstellen
- professionell strukturiert
Psychotherapie
- Behandlungsverfahren durch approbierte Fachpersonen
- individueller Behandlungsauftrag
- kassenfinanziert nach Antragsverfahren
- vertiefte Arbeit an persönlichen Themen
Psychoedukation
- strukturierte Wissensvermittlung
- meist von Fachpersonen begleitet
- in Klinik, Ambulanz oder Praxis
- vergleiche unsere Seite Psychoedukation
Details zu benachbarten Bausteinen findest du unter Psychotherapie und Psychoedukation.
Was Selbsthilfe leisten kann
Entlastung
- Gefühl, nicht allein zu sein
- gemeinsame Sprache für schwer Beschreibbares
- Normalisierung ohne Verharmlosung
Wissen aus Erfahrung
- praktische Alltagsstrategien
- Umgang mit Nebenwirkungen und Frühwarnzeichen
- Erfahrung mit Kliniken, Ämtern, Arbeitgebern
Orientierung
- andere Verläufe kennenlernen
- eigene Muster besser einordnen
- Anregung für Gespräche in der Behandlung
Soziale Einbindung
- verlässliche Kontakte über Zeit
- gemeinsame Aktivitäten möglich
- Stabilität auch in stabilen Phasen
Grenzen von Selbsthilfe
Selbsthilfe hat klare Grenzen. Sie ist kein Ersatz für ärztliche und psychotherapeutische Behandlung und kein Krisensystem. In akuten Zuständen sind Behandlungsteam, ärztlicher Bereitschaftsdienst (116117), Rettungsdienst (112) und Telefonseelsorge (0800 111 0 111) die zuständigen Stellen.
- Selbsthilfe darf nicht zur Änderung, Reduktion oder zum Absetzen von Medikamenten drängen.
- Selbsthilfe stellt keine Diagnose und beurteilt keine Behandlungspläne.
- Erfahrungsberichte sind persönlich, nicht verallgemeinerbar.
- Nicht jede Gruppe passt zu jeder Person und jeder Lebensphase.
- In akuten Manien oder schweren Depressionen kann Gruppenteilnahme überfordern.
Selbsthilfe ist außerdem nicht dasselbe wie Freundschaft: Im Vordergrund steht zunächst der gemeinsame Erfahrungsaustausch. Freundschaften können daraus entstehen, sind aber keine Voraussetzung. Mehr dazu unter Freundschaften, Freizeit und soziale Kontakte.
Formen von Selbsthilfegruppen
Reine Betroffenengruppen
- nur Menschen mit eigener Diagnose
- häufig starker Erfahrungsschwerpunkt
- offener Austausch über Behandlung, Arbeit, Beziehungen
Angehörigengruppen
- nur Angehörige
- eigener geschützter Raum
- Themen wie Grenzen, Belastung, Kommunikation
Trialogische Gruppen
- Betroffene, Angehörige und Fachpersonen
- Perspektiven auf Augenhöhe
- gute Vorbereitung auf Gespräche im Behandlungssystem
Themen- und Zielgruppen
- junge Erwachsene, Berufstätige, Eltern
- Frauen, Männer, LGBTIQ
- digitale Gruppen für schwer erreichbare Orte
Manche Gruppen sind offen und lassen jederzeit Zugang zu. Andere sind geschlossen und arbeiten in festen Runden über einen festgelegten Zeitraum. Beides hat Vor- und Nachteile für Vertrauen und Kontinuität.
Peerberatung und EX-IN
Peerberatung geht über den klassischen Gruppenaustausch hinaus. Peerberater sind Menschen mit eigener Krankheits- und Genesungserfahrung, häufig mit einer Weiterbildung wie EX-IN (Experienced Involvement). Sie arbeiten in Kliniken, Ambulanzen, Beratungsstellen und Projekten und beraten einzeln oder in Gruppen.
Peerberatung kann besonders hilfreich sein, wenn Behandlungswege, Klinikerfahrungen oder Recovery-Themen aus Betroffenensicht besprochen werden sollen. Sie ersetzt keine Psychotherapie, aber sie eröffnet einen Zugang, den Fachpersonen ohne eigene Erfahrung so nicht bieten können.
Gruppen und Angebote finden
In Deutschland ist die Landschaft regional unterschiedlich. Zentrale, überregional gepflegte Anlaufstellen sind ein guter Startpunkt.
DGBS
- Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen
- trialogisch aufgestellt
- regionale Gruppen und Ansprechpartner
- Jahrestagung und Materialien
NAKOS
- Nationale Kontakt- und Informationsstelle
- Datenbank regionaler Selbsthilfekontaktstellen
- unterstützt bei Neugründungen
Selbsthilfekontaktstellen
- regionale Vermittlung und Beratung
- Räume und organisatorische Unterstützung
- Überblick über lokale Angebote
BApK
- Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen
- Landes- und Ortsverbände
- Selbsthilfestrukturen für Angehörige
Weitere Zugänge: sozialpsychiatrische Dienste der Gesundheitsämter, Kliniken und Ambulanzen, ambulante Praxen, Krankenkassen (Selbsthilfeförderung), Beratungsstellen und Angebote der Wohlfahrtsverbände. Verfügbarkeit, Format und Ausrichtung unterscheiden sich regional. Diese Seite kann keine konkrete Vermittlung leisten und garantiert keine Kostenübernahme.
Das erste Treffen vorbereiten
Ein erstes Treffen ist meistens unaufgeregter als erwartet. Häufig gibt es eine kurze Vorstellungsrunde, einen Themenimpuls und Raum für aktuelle Anliegen. Du entscheidest, wie viel du erzählst.
Vor dem Treffen klären
- Zielgruppe (Betroffene, Angehörige, trialogisch)
- offene oder geschlossene Gruppe
- Ort, Uhrzeit, Barrierefreiheit
- Anmeldeweg und Ansprechperson
Für dich selbst vorbereiten
- Warum gehe ich hin?
- Was möchte ich hören, was nicht?
- Wie viel Zeit will ich einplanen?
- Wen informiere ich vorher oder danach?
Im Treffen erlaubt
- zuhören, ohne zu sprechen
- Pause machen oder früh gehen
- nach Regeln und Vertraulichkeit fragen
- ein weiteres Treffen abwarten, bevor du entscheidest
Nach dem Treffen
- kurz reflektieren
- auf eigene Belastung achten
- bei starker Anspannung Behandelnde einbeziehen
- eine zweite Chance geben, bevor du eine Gruppe verwirfst
Woran du eine gute Gruppe erkennst
Nicht jede Gruppe arbeitet gleich sorgfältig. Ein paar Merkmale helfen bei der Einschätzung.
Positive Merkmale
- klare Regeln zu Vertraulichkeit und Respekt
- freiwillige Teilnahme, kein Druck
- Raum für Fragen und Unsicherheit
- keine Heilsversprechen
- Verweis auf professionelle Hilfe bei Krisen
Warnzeichen
- Druck zu Bekenntnissen oder Teilnahme
- Ratschläge zur Änderung von Medikamenten
- Verkauf von Kursen, Produkten, Coachings
- unklare Leitung oder Finanzierung
- Verletzung von Vertraulichkeit
- Ausgrenzung einzelner Perspektiven
Digitale Angebote und Datenschutz
Videogruppen, Chats und Foren erweitern den Zugang, gerade für ländliche Regionen, für Menschen mit eingeschränkter Mobilität und für Zeiten, in denen ein Präsenztreffen nicht möglich ist. Gleichzeitig unterscheiden sich digitale Angebote im Datenschutz stark.
- Wer betreibt die Plattform, wo werden Daten verarbeitet?
- Ist ein Klarname nötig oder ist Pseudonymisierung möglich?
- Werden Treffen aufgezeichnet? Wenn ja, wie lange und wozu?
- Wer sieht Chatverläufe, Anmeldungen, IP-Adressen?
- Gibt es Regeln gegen Weitergabe von Inhalten (Screenshots, Zitate)?
- Ist die Leitung erreichbar, wenn etwas eskaliert?
Persönliche Diagnosen, Klinikaufenthalte und Krisen sind besonders sensible Daten. Teile sie erst, wenn du das Angebot und die Regeln einschätzen kannst. Bei Zweifeln gilt: weniger und später ist besser als zu viel und zu früh.
Selbsthilfe für Angehörige
Angehörige bipolar erkrankter Menschen tragen oft über lange Zeiträume mit. Eigene Belastung, Rollenfragen, Grenzen und die eigene Gesundheit geraten leicht aus dem Blick. Angehörigen-Selbsthilfe eröffnet einen eigenen Raum, in dem diese Themen benannt werden dürfen.
Zentraler Verband ist der BApK mit Landes- und Ortsverbänden. Erwachsene Kinder bipolar erkrankter Eltern finden zum Teil eigene Gruppen. Nähere Orientierung bietet unser Bereich für Angehörige und speziell die Seite Erwachsene Kinder.
Wenn eine Gruppe nicht passt
Eine Gruppe kann fachlich in Ordnung sein und trotzdem nicht zu dir passen. Manchmal ist es die Themenmischung, manchmal die Gruppenzusammensetzung, manchmal die Phase, in der du dich befindest.
- eine zweite oder dritte Sitzung abwarten, bevor du entscheidest
- eine andere Gruppe oder ein anderes Format probieren (digital, trialogisch, thematisch)
- Peerberatung als Einzelformat prüfen
- in belastenden Phasen pausieren, statt ganz aufzuhören
- Rückmeldung an die Leitung geben, wenn etwas nicht stimmig war
Selbsthilfe-Startplan
Diese Vorlage hilft, den ersten Schritt in Richtung einer passenden Gruppe strukturiert vorzubereiten. Sie ersetzt keine Behandlung und keine Beratung. Persönliche Angaben bleiben ausschließlich in deinem Ausdruck.
A. Warum will ich Selbsthilfe ausprobieren?
- Austausch mit Menschen mit ähnlicher Erfahrung
- Entlastung im Alltag
- praktische Tipps zu Behandlung und Alltag
- soziale Einbindung
- Vorbereitung auf Gespräche in der Behandlung
- anderer Grund
B. Wer bin ich in Bezug auf das Thema?
- Betroffene Person mit Diagnose
- Betroffene Person ohne gesicherte Diagnose
- Angehörige einer betroffenen Person
- Eltern-, Partner-, Kind-Rolle
- Fachperson
C. Welches Format spricht mich an?
- reine Betroffenengruppe
- Angehörigengruppe
- trialogische Gruppe
- digitales Angebot
- Peerberatung als Einzelformat
D. Praktische Rahmenbedingungen
- Wohnort und mögliche Wege
- Wochentage und Uhrzeiten
- Barrierefreiheit
- Kinderbetreuung
- Sprache
E. Kontaktwege prüfen
- Selbsthilfekontaktstelle vor Ort
- DGBS regional
- NAKOS-Datenbank
- BApK regional
- sozialpsychiatrischer Dienst
- Klinik oder Ambulanz
F. Fragen an die Gruppenleitung
- Zielgruppe und Aufnahme
- offene oder geschlossene Gruppe
- Regeln zu Vertraulichkeit
- Umgang mit Krisen in der Gruppe
- Umgang mit Medikamentenberatung
- Kosten oder Beiträge
- Datenschutz bei digitalen Formaten
G. Vor dem ersten Treffen
- Anfahrt und Raum
- einen ruhigen Zeitraum davor und danach einplanen
- eigene Grenzen notieren
- Person informieren, die erreichbar ist
H. Persönliche Grenzen für die Gruppe
- Themen, die ich (noch) nicht teilen möchte
- Umgang mit Ratschlägen
- Umgang mit Nachfragen zu Diagnose oder Medikamenten
- Signale, um Pause zu machen oder zu gehen
I. Nach dem ersten Treffen
- Was hat gutgetan?
- Was war schwierig?
- Was möchte ich beim nächsten Mal anders machen?
- Möchte ich wiederkommen?
- Möchte ich es mit Behandelnden besprechen?
J. Notfall- und Krisenwege
- Behandlungsteam
- ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117
- Rettungsdienst 112
- Telefonseelsorge 0800 111 0 111
- eigene Vertrauenspersonen
Häufige Fragen zur Selbsthilfe
- Was ist Selbsthilfe bei bipolarer Störung?
- Ein freiwilliger, gemeinschaftlicher Austausch zwischen Menschen mit eigener Erfahrung. Selbsthilfe ergänzt Behandlung und ersetzt sie nicht.
- Ist Selbsthilfe eine Therapie?
- Nein. Selbsthilfe ist keine Psychotherapie und keine medizinische Behandlung. Sie kann Wissen, Austausch und Entlastung ergeben, aber keine Diagnose oder Therapiesteuerung.
- Wer leitet eine Selbsthilfegruppe?
- Klassische Selbsthilfegruppen werden von Betroffenen selbst organisiert, manchmal mit Moderation. Von Fachpersonen geleitete Gruppen sind eher Therapie- oder Nachsorgeangebote.
- Was kostet Selbsthilfe?
- Selbsthilfegruppen sind in der Regel kostenfrei. Manche Gruppen sammeln freiwillige Beiträge für Raumkosten oder Material.
- Wie finde ich eine Gruppe in meiner Nähe?
- Über Selbsthilfekontaktstellen (NAKOS), die DGBS und regionale sozialpsychiatrische Dienste. Auch Kliniken, Ambulanzen und Angehörigenverbände (BApK) vermitteln.
- Was ist die DGBS?
- Die Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen. Sie ist eine trialogisch aufgestellte Fachgesellschaft und ein zentraler Anlaufpunkt für Betroffene, Angehörige und Fachpersonen.
- Was ist NAKOS?
- Die Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen. Über NAKOS lassen sich regionale Kontaktstellen finden.
- Muss ich eine gesicherte Diagnose haben?
- Nein. Viele Gruppen sind auch für Menschen offen, die eine Abklärung erwägen oder deren Diagnose noch nicht eindeutig ist.
- Muss ich in der Gruppe sprechen?
- Nein. Zuhören ist erlaubt. Gute Gruppen respektieren, wenn jemand schweigen möchte.
- Was passiert beim ersten Treffen?
- In der Regel eine kurze Vorstellung, Themen der Gruppe, Regeln und Raum für aktuelle Anliegen. Ein einzelnes Treffen entscheidet nichts endgültig.
- Wie erkenne ich eine gute Gruppe?
- Klare Regeln zu Vertraulichkeit und Respekt, freiwillige Teilnahme, keine Heilsversprechen, keine kommerziellen Interessen, keine Ratschläge zur Medikamentenänderung.
- Was ist ein Warnsignal?
- Druck zu Teilnahme oder Bekenntnissen, Ratschläge zur Medikation, Verkauf von Kursen oder Produkten, undurchsichtige Leitung, Verletzung von Vertraulichkeit.
- Sind Onlinegruppen genauso hilfreich?
- Sie können hilfreich sein und Zugang erleichtern. Nachteile sind mögliche Datenschutzrisiken und schwerer einschätzbare Gruppendynamiken.
- Worauf sollte ich bei Onlineangeboten datenschutzrechtlich achten?
- Wer betreibt die Plattform, wo werden Daten verarbeitet, welche Klarnamen sind nötig, wie sind Aufzeichnungen geregelt. Persönliche Diagnosen und Details nur teilen, wenn du das Angebot einschätzen kannst.
- Können Angehörige an denselben Gruppen teilnehmen?
- Es gibt getrennte Angehörigengruppen und trialogische Angebote. Getrennte Räume schützen offene Aussprache.
- Ist Selbsthilfe auch für Angehörige sinnvoll?
- Ja. Angehörigen-Selbsthilfe entlastet, ordnet ein und stärkt die eigene Rolle. BApK ist eine zentrale Anlaufstelle.
- Kann Selbsthilfe eine Krise auslösen?
- Selten. Belastende Themen sind möglich. Wenn du merkst, dass eine Gruppe dich destabilisiert, ist eine Pause oder ein Wechsel legitim.
- Was ist bei akuten Krisen zu tun?
- Selbsthilfe ist kein Notfallsystem. Bei akuten Krisen wende dich an die Behandelnden, den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117), den Notruf 112 oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).
- Was ist Peerberatung?
- Beratung durch Menschen mit eigener Krankheits- und Recoveryerfahrung, oft mit spezieller Ausbildung wie EX-IN. Sie kann Einzel- oder Gruppenformat sein.
- Was ist EX-IN?
- Eine Weiterbildung von Menschen mit eigener psychischer Krankheitserfahrung zu Genesungsbegleitern. EX-IN-Genesungsbegleiter arbeiten in Kliniken, Ambulanzen und Beratungsstellen.
- Kann Selbsthilfe Medikamente ersetzen?
- Nein. Änderungen an Medikamenten gehören ausschließlich in ärztliche Hände. Selbsthilfe darf nicht zur Reduktion oder zum Absetzen drängen.
- Werde ich in einer Gruppe geoutet?
- Vertraulichkeit ist eine Kernregel. Wer sie verletzt, verstößt gegen die Grundlagen der Selbsthilfe. Frage bei Unsicherheit ausdrücklich nach den Regeln.
- Wie oft finden Treffen statt?
- Häufig alle zwei bis vier Wochen, je nach Gruppe. Frequenz und Format klärst du beim Erstkontakt.
- Was, wenn keine Gruppe passt?
- Andere Formate probieren: andere Gruppe, digitales Angebot, Peerberatung, Angehörigengruppe oder eine Kombination aus mehreren Zugängen.
- Ist Selbsthilfe in stabilen Phasen sinnvoll?
- Ja. Sie kann Frühwarnzeichen sichtbar halten und soziale Einbindung stärken, gerade wenn keine akute Belastung vorliegt.
- Kann ich mehrere Gruppen besuchen?
- Ja. Manche Menschen kombinieren zum Beispiel eine trialogische Gruppe mit einer reinen Betroffenengruppe.
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