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Befindest du dich gerade in einer akuten Krise?

Ein Krisenplan ist für die Vorbereitung in einer möglichst stabilen Phase gedacht. Bei unmittelbarer Selbst- oder Fremdgefährdung, konkreten Suizidgedanken, schwerem Realitätsverlust oder einer Situation, die nicht mehr sicher bewältigt werden kann, ist schnelle professionelle Hilfe wichtig.

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Vorsorge und Selbstbestimmung

Persönlichen Krisenplan bei bipolarer Störung erstellen

Während einer manischen, depressiven oder gemischten Krise kann es schwerfallen, Entscheidungen zu treffen, Hilfe zu organisieren und anderen die eigenen Wünsche zu erklären. Ein persönlicher Krisenplan hält deshalb möglichst früh fest, welche Veränderungen beachtet werden sollen, wer kontaktiert werden darf und welche vereinbarten Schritte hilfreich sein können.

Der Plan sollte möglichst in einer stabilen Phase, gemeinsam mit ausgewählten Vertrauenspersonen und nach Möglichkeit mit behandelnden Fachpersonen erstellt werden. Er ist eine persönliche Orientierungshilfe und ersetzt keine medizinische Behandlung oder professionelle Krisenhilfe.

Abstrakte Darstellung eines persönlichen Krisenplans mit Kontakten, Alltagshilfen und vereinbarten Schritten

Kurz erklärt: Was ist ein persönlicher Krisenplan?

Ein persönlicher Krisenplan hält schriftlich fest, welche individuellen Warnzeichen zu beachten sind, wer im Ernstfall kontaktiert werden darf und welche Schritte vorab besprochen wurden. Er entsteht möglichst in einer stabilen Phase und stellt die Wünsche, Erfahrungen und Grenzen der betroffenen Person in den Mittelpunkt. Vertrauenspersonen und behandelnde Fachpersonen können mit Zustimmung einbezogen werden.

Der Plan kann Zuständigkeiten für Alltag, Kinder, Haustiere, Arbeit und Finanzen enthalten und sollte zwischen ersten Veränderungen, deutlicher Verschlechterung und akuter Gefahr unterscheiden. Medikamentöse Schritte dürfen nur dokumentiert werden, wenn sie zuvor konkret ärztlich vereinbart wurden. Ein Krisenplan gibt Orientierung und erleichtert Kommunikation, kann eine Episode aber weder sicher verhindern noch professionelle Krisenhilfe ersetzen.

Was ist ein Krisenplan bei bipolarer Störung?

Der Plan ist eine persönliche, schriftliche Orientierung für belastende oder akute Situationen. Er verbindet Beobachtungen mit vorher besprochenen Handlungsschritten und kann Betroffenen, Vertrauenspersonen und Behandelnden helfen, schneller auf gemeinsame Vereinbarungen zurückzugreifen. Er enthält keine allgemeingültigen Standardmaßnahmen, sondern beschreibt konkret, was für die einzelne Person hilfreich, unhilfreich oder ausdrücklich unerwünscht ist. Die betroffene Person entscheidet, wer den Plan kennen und verwenden darf.

  • Meine Warnzeichen
    individuell benannt, konkret formuliert
  • Meine vereinbarten Schritte
    was ich, was andere tun
  • Meine Vertrauenspersonen
    mit klar besprochenen Rollen
  • Meine professionellen Kontakte
    Praxis, Ambulanz, Krisendienst
  • Meine Alltagsaufgaben
    Kinder, Haustiere, Wohnung, Arbeit
  • Meine Wünsche und Grenzen
    Ansprache, Klinik, Vertraulichkeit

Möglichkeiten und Grenzen

Ein Krisenplan kann
  • Orientierung geben
  • Zuständigkeiten sichtbar machen
  • frühere Absprachen festhalten
  • Kontakte schnell verfügbar machen
  • Gespräche mit Angehörigen und Behandelnden erleichtern
  • persönliche Wünsche dokumentieren
  • Risiken frühzeitig mitdenken
Ein Krisenplan kann nicht
  • eine Episode sicher verhindern
  • eine Diagnose stellen
  • eine medizinische Untersuchung ersetzen
  • akute Gefahr allein bewältigen
  • anderen automatisch rechtliche Befugnisse geben
  • eine Vollmacht oder Patientenverfügung automatisch ersetzen
  • eigenmächtige Medikamentenänderungen legitimieren

Rechtlich verbindliche Vollmachten, Betreuungsverfügungen oder Patientenverfügungen sind eigenständige Dokumente und sollten gesondert fachlich oder rechtlich beraten werden.

Wann sollte ein Krisenplan erstellt werden?

Ein Krisenplan entsteht am besten in einer möglichst stabilen und ruhigen Phase, nicht erst unter akutem Entscheidungsdruck. Auch nach einer Episode, wenn die Rückschau wieder möglich ist, bei einer neuen Diagnose, nach einer Veränderung der Behandlung oder nach Veränderungen von Lebenssituation, Arbeitsplatz oder Beziehungen ist ein guter Zeitpunkt. Wenn bisherige Vereinbarungen nicht mehr passen oder neue Vertrauenspersonen oder Behandelnde hinzukommen, lohnt sich eine Überarbeitung.

  1. Schritt 1
    Frühere Situationen rückblickend betrachten
  2. Schritt 2
    Hilfreiche und nicht hilfreiche Reaktionen unterscheiden
  3. Schritt 3
    Wünsche und Zuständigkeiten besprechen
  4. Schritt 4
    Plan schriftlich festhalten
  5. Schritt 5
    Plan gemeinsam prüfen
  6. Schritt 6
    Regelmäßig aktualisieren

Nicht jede Person kann oder möchte alle Fragen auf einmal beantworten. Der Plan darf schrittweise entstehen.

Wer sollte am Krisenplan beteiligt sein?

Mögliche Beteiligte sind neben der betroffenen Person Partnerin oder Partner, Familienmitglieder, Freundinnen und Freunde oder andere Vertrauenspersonen. Aus dem professionellen Bereich kommen die behandelnde psychiatrische Praxis, eine psychotherapeutische Praxis, eine psychiatrische Institutsambulanz, eine ambulante Betreuung sowie individuell wichtige weitere Stellen in Betracht.

Die betroffene Person bestimmt grundsätzlich, wen sie einbeziehen möchte. Nicht jede nahestehende Person muss automatisch Zugriff erhalten. Aufgaben sollten nur übernommen werden, wenn die betreffende Person zugestimmt hat. Mehrere Aufgaben können auf verschiedene Personen verteilt werden, und Angehörige dürfen eine Aufgabe auch ablehnen, wenn sie diese nicht leisten können.

Rollen statt allgemeiner Namen

  • Wer bemerkt Veränderungen häufig früh?
  • Wer darf mich an den Krisenplan erinnern?
  • Wer kontaktiert mit meiner Zustimmung die behandelnde Stelle?
  • Wer unterstützt bei alltäglichen Aufgaben?
  • Wer achtet auf Kinder oder Haustiere?
  • Wer hilft, riskante Entscheidungen aufzuschieben?
  • Wer soll ausdrücklich nicht kontaktiert werden?

Welche Frühwarnzeichen gehören in den Krisenplan?

In den Plan gehören nur Warnzeichen, die für die betreffende Person relevant erscheinen. Frühere Episoden können Hinweise geben. Eigene Beobachtungen und Rückmeldungen anderer können nebeneinander dokumentiert werden. Warnzeichen sollten konkret statt allgemein formuliert sein – „Ich werde anders“ ist zu ungenau. Beobachtbare Veränderungen sind leichter gemeinsam einzuordnen. Sie erlauben keine sichere Vorhersage.

Statt: „Ich werde manisch.“
Besser: „Ich schlafe drei Nächte deutlich weniger als üblich, bin dabei kaum müde und beginne mehrere neue Projekte gleichzeitig.“
Statt: „Ich werde depressiv.“
Besser: „Ich sage mehrere Termine ab, ziehe mich stark zurück und komme morgens kaum noch aus dem Bett.“
Statt: „Ich verhalte mich komisch.“
Besser: „Ich schreibe nachts ungewöhnlich viele Nachrichten, spreche deutlich schneller und gebe mehr Geld aus als vereinbart.“

Persönliche Frühwarnzeichen bestimmen

Welche Schritte gelten bei zunehmenden Veränderungen?

Ein Krisenplan sollte zwischen ersten Veränderungen, deutlicher Verschlechterung und akuter Gefahr unterscheiden. Die folgenden drei Stufen sind Anregungen für vorher besprochene Absprachen – keine diagnostische Ampel und kein automatischer Score.

Erste auffällige Veränderungen
  • Beobachtungen dokumentieren
  • Schlaf und Tagesrhythmus besonders beachten
  • eine bestimmte Vertrauensperson informieren
  • größere Entscheidungen vorläufig verschieben
  • Belastungen prüfen
  • vorhandenen Frühwarnzeichenplan ansehen
  • einen vereinbarten Termin vorziehen
Mehrere oder deutlich zunehmende Veränderungen
  • behandelnde Praxis oder Ambulanz kontaktieren
  • Vertrauensperson aktiv einbeziehen
  • Unterstützung im Alltag organisieren
  • riskante finanzielle oder vertragliche Entscheidungen unterbrechen
  • Kinderbetreuung oder Versorgung von Haustieren vorbereiten
  • Autofahren oder andere Risiken entsprechend der individuellen Vereinbarung neu beurteilen
  • vorhandenen Krisenplan vollständig aktivieren
Akute Krise oder unmittelbare Gefahr
  • professionelle Akuthilfe nutzen
  • bei unmittelbarer Gefahr den zuständigen Notruf kontaktieren
  • vorhandene Krisenkontakte verwenden
  • nicht allein auf das Online-Formular vertrauen
  • persönliche Sicherheit und die Sicherheit anderer priorisieren
  • wichtige Informationen für professionelle Helfende bereithalten

Die Website berechnet keine Krisenstufe. Die Einordnung liegt bei der betroffenen Person und den Beteiligten – im Zweifel gemeinsam mit professionellen Helfenden.

Welche Kontakte sollten im Krisenplan stehen?

Sinnvoll sind strukturierte Felder für die behandelnde psychiatrische Praxis, eine psychotherapeutische Praxis, die Hausarztpraxis, eine psychiatrische Institutsambulanz, eine bevorzugte Klinik, den örtlichen Krisendienst, den sozialpsychiatrischen Dienst sowie Vertrauenspersonen. Zu jedem Kontakt können Name, Telefonnummer, Erreichbarkeit, Aufgabe im Krisenfall, ab wann kontaktiert werden soll, wer den Kontakt aufnehmen darf und eine alternative Kontaktmöglichkeit hinterlegt werden.

Zentrale Krisenangebote werden ausschließlich auf Hilfe in der Krise gepflegt. Persönliche Kontakte bleiben ausschließlich in der lokalen Formularansicht auf deinem Gerät.

Wer kümmert sich in einer Krise um den Alltag?

Krisen betreffen häufig nicht nur medizinische Fragen. Vorher besprochene Zuständigkeiten entlasten deutlich.

Kinder

  • Wer kann kurzfristig unterstützen?
  • Wer darf von Schule oder Betreuung informiert werden?
  • Was sollen Kinder altersgerecht erfahren?
  • Welche vertrauten Routinen sollten möglichst erhalten bleiben?
  • Welche Informationen sollen nicht ohne Zustimmung weitergegeben werden?

Haustiere

  • Wer kann füttern, ausführen oder ein Tier vorübergehend aufnehmen?
  • Wo befinden sich Futter, Medikamente und tierärztliche Unterlagen?
  • Wer besitzt einen Schlüssel?

Wohnung und Haushalt

  • Wer hat einen Schlüssel?
  • Wer kümmert sich um Post, Pflanzen oder dringende Termine?
  • Welche laufenden Verpflichtungen müssen beachtet werden?
  • Welche Aufgaben können bewusst warten?

Arbeit und Ausbildung

  • Wer kann eine Krankmeldung oder Abwesenheit organisatorisch unterstützen?
  • Welche Kontaktperson darf informiert werden?
  • Welche Informationen sollen gegenüber dem Arbeitgeber nicht weitergegeben werden?
  • Welche dringenden Übergaben sind wirklich notwendig?

Weiterführend: Gespräch über Anpassungen vorbereiten.

Termine und Verpflichtungen

  • Welche Termine sollten abgesagt werden?
  • Welche Verträge oder Fristen benötigen Aufmerksamkeit?
  • Welche Aufgaben können delegiert werden?

Der Plan trifft keine familienrechtlichen Aussagen und empfiehlt keine Offenlegung von Diagnosen ohne Zustimmung.

Wie lassen sich finanzielle Risiken vorher besprechen?

Impulsive Ausgaben oder riskante Verträge können bei manchen manischen Entwicklungen relevant werden. Maßnahmen sollten möglichst vor einer Krise gemeinsam vereinbart werden. Unterstützung darf nicht mit heimlicher Kontrolle verwechselt werden. Ein allgemeiner Krisenplan verleiht niemandem automatisch Zugriff auf Konten, und Vollmachten benötigen eine gesonderte, fachkundige Prüfung. Betroffene sollten nicht pauschal als geschäftsunfähig dargestellt werden.

  • Welche Ausgaben gelten für mich als ungewöhnlich?
  • Ab welcher Veränderung möchte ich größere Entscheidungen verschieben?
  • Welche Person darf mich auf die Vereinbarung hinweisen?
  • Welche Karten, Bezahldienste oder Shopping-Konten sind besonders relevant?
  • Welche Abonnements oder Limits können freiwillig vorbereitet werden?
  • Welche bestehenden rechtlichen Vereinbarungen gibt es?
  • Wo befinden sich wichtige Unterlagen?
  • Welche Maßnahmen sollen ausdrücklich nicht erfolgen?

Digitale Konten

Relevant sein können Onlinebanking, Kreditkarten, Bezahldienste, Trading- oder Kryptoplattformen, Shopping-Konten, soziale Netzwerke, Domain- und Hostingkonten sowie geschäftliche Plattformen. Notiere im Plan keine Passwörter oder Zugangsdaten – verweise stattdessen auf einen vorhandenen Passwortmanager oder auf eine gesonderte Notfallzugriffsfunktion. Sensible Daten werden nicht an bipolare.de übertragen.

Geld und impulsive Entscheidungen

Mobilität und riskante Aktivitäten

Themen können Autofahren, Motorradfahren, berufliche Maschinen, riskante sportliche Aktivitäten, spontane Fernreisen, ungewöhnlich lange Fahrten oder fehlender Schlaf vor dem Fahren sein. Der Plan trifft keine allgemeine rechtliche Fahreignungsbewertung. Er kann festhalten, welche persönlichen Veränderungen früher mit erhöhtem Risiko verbunden waren, welche freiwilligen Vereinbarungen bestehen und welche Fachperson bei Unsicherheit kontaktiert wird.

Was darf der Krisenplan zu Medikamenten enthalten?

Der Krisenplan darf nur solche medikamentösen Schritte enthalten, die zuvor konkret mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt vereinbart wurden. Sinnvoll sind Felder für aktuelle Medikamente, bekannte Unverträglichkeiten, wichtige körperliche Erkrankungen, die behandelnde Praxis, einen vorhandenen schriftlichen ärztlichen Bedarfsplan, den Ort, an dem der vereinbarte Medikationsplan liegt, und wichtige Hinweise für professionelle Helfende.

Weiterlesen: Behandlungsmöglichkeiten und Medikamente im Überblick.

Wenn Absprachen im Plan eine stationäre Behandlung berühren, hilft die Seite Klinikaufenthalt bei bipolarer Störung bei der Einordnung von Abläufen, Rechten und Vorbereitung.

Welche Wünsche und Grenzen können festgehalten werden?

  • Wen möchte ich frühzeitig informieren – und wen nicht?
  • Welche Form der Ansprache hilft mir?
  • Was verschärft die Situation erfahrungsgemäß?
  • Welche Orte empfinde ich als sicher?
  • Welche Klinik oder Einrichtung kenne ich bereits?
  • Welche persönlichen Gegenstände sind mir wichtig?
  • Welche Informationen dürfen Angehörige erhalten – welche sollen vertraulich bleiben?
  • Welche Aufgaben dürfen andere übernehmen – welche behalte ich selbst?
  • Wie soll mit Kindern gesprochen werden?
  • Welche kulturellen, sprachlichen oder persönlichen Bedürfnisse sind wichtig?

Nicht jeder Wunsch kann in einer akuten medizinischen Situation garantiert erfüllt werden. Dennoch können klar dokumentierte Wünsche die Kommunikation erleichtern. Datenschutz und Schweigepflicht sind komplex; rechtlich verbindliche Vorsorgedokumente sind von diesem allgemeinen Krisenplan zu unterscheiden.

Was hilft mir erfahrungsgemäß nicht?

Die folgenden Punkte sind Reflexionshilfen. Nicht jeder Punkt trifft auf jede Person zu.

  • laut diskutieren
  • mit vielen Personen gleichzeitig sprechen
  • Vorwürfe machen
  • jede Aussage sofort korrigieren
  • unangekündigt Personen einbeziehen
  • finanzielle Maßnahmen heimlich durchführen
  • drohen
  • alles als reine Willensfrage darstellen
  • mich vollständig allein lassen
  • meinen Rückzug ohne Nachfrage akzeptieren
  • meine Wahrnehmung pauschal lächerlich machen

Persönlichen Krisenplan Schritt für Schritt ausfüllen

Die folgende Vorlage bleibt vollständig auf deinem Gerät. Eingaben werden nicht an bipolare.de oder externe Dienste übertragen und nicht dauerhaft gespeichert. Beim Neuladen oder Schließen der Seite gehen nicht exportierte Inhalte verloren. Du kannst den ausgefüllten Plan über die Druckfunktion deines Browsers ausdrucken oder als PDF speichern.

A. Persönliche Angaben

Kein vollständiger Name erforderlich

B. Mein stabiler Ausgangszustand
C. Meine wichtigsten Frühwarnzeichen

Maximal fünf priorisierte Warnzeichen je Bereich

D. Erste vereinbarte Schritte
E. Schritte bei zunehmender Veränderung
F. Professionelle und persönliche Kontakte

Je Zeile ein Kontakt: Name · Rolle · Telefon · Erreichbarkeit · Ab welcher Situation · Wer nimmt Kontakt auf

G. Alltag und Versorgung
H. Finanzen und digitale Konten

Keine Passwörter oder Zugangsdaten eintragen

I. Behandlung

Keine Dosierungen aus dem Internet übernehmen

J. Meine Wünsche und Grenzen
K. Akute Krise

Zentrale Krisenseite: bipolare.de/hilfe-in-der-krise. Bei unmittelbarer Gefahr immer den zuständigen Notruf verwenden. Diese Vorlage bewertet keine akute Krise automatisch.

L. Überprüfung

Krisenpass für unterwegs

Optionale kompakte Fassung mit den wichtigsten Angaben. Du entscheidest selbst, ob und wo du einen solchen Pass mitführst. Keine Passwörter, keine vollständigen Kontodaten, keine ausführlichen medizinischen Akten.

Hinweis auf den ausführlichen Krisenplan: bipolare.de/krisenplan

Wo sollte der Krisenplan aufbewahrt werden?

Möglich sind eine ausgedruckte Fassung an einem vereinbarten Ort, eine Kopie bei einer ausgewählten Vertrauensperson, eine Kopie bei der behandelnden Stelle (sofern diese das unterstützt), ein kompakter Krisenpass sowie eine geschützte persönliche Dokumentenablage. Nicht jede beteiligte Person benötigt die vollständige Fassung; besonders sensible Angaben sollten nur gezielt geteilt werden. Eine ungeschützte Veröffentlichung in einer Cloud oder über öffentliche Links ist nicht empfehlenswert, ebenso wenig das Speichern von Passwörtern im Plan. Eine veraltete Fassung sollte als solche erkennbar sein.

Wann sollte der Plan überprüft werden?

  • nach einer Episode
  • nach einem Klinikaufenthalt
  • nach einem Wechsel der Behandlung
  • nach einem Umzug
  • nach einem Arbeitsplatzwechsel
  • bei neuen Vertrauenspersonen
  • wenn Kontakte nicht mehr aktuell sind
  • wenn frühere Schritte nicht hilfreich waren
  • in regelmäßigen individuell gewählten Abständen

Eine starre verpflichtende Prüffrist gilt nicht für alle Menschen gleichermaßen.

Was sollten Angehörige über den Krisenplan wissen?

Der Plan soll gemeinsam mit der betroffenen Person entwickelt werden. Angehörige erhalten keine automatische Entscheidungs- oder Kontrollbefugnis. Aufgaben sollten ausdrücklich besprochen und akzeptiert werden. Beobachtungen möglichst konkret statt wertend formulieren. Angehörige sollten wissen, ab wann professionelle Hilfe einbezogen werden soll, und dürfen dabei die eigenen Grenzen und die eigene Sicherheit berücksichtigen. Nicht jede Vereinbarung lässt sich in einer akuten Situation vollständig umsetzen. Der Plan darf nicht als Druckmittel verwendet werden. Heimliche finanzielle oder digitale Eingriffe sind nicht durch einen allgemeinen Krisenplan legitimiert. Angehörige dürfen selbst Beratung oder Unterstützung nutzen.

Mögliche Gesprächseinstiege

  • „Welche Veränderungen soll ich ansprechen, wenn ich sie bemerke?“
  • „Wen darf ich kontaktieren, wenn du selbst gerade keine Hilfe möchtest?“
  • „Welche Reaktion hat dir in früheren Situationen geholfen?“
  • „Was soll ich ausdrücklich nicht tun?“
  • „Welche Aufgabe kann ich realistisch übernehmen – und welche nicht?“

Weiter: Informationen für Angehörige, Unterstützung während einer Manie, Unterstützung während einer Depression, Grenzen setzen.

Wann reicht ein persönlicher Krisenplan nicht aus?

  • konkrete Suizidgedanken oder Suizidpläne
  • unmittelbare Selbst- oder Fremdgefährdung
  • schwerer Realitätsverlust
  • ausgeprägte psychotische Veränderungen
  • stark eskalierendes Risikoverhalten
  • fehlende Fähigkeit zur grundlegenden Selbstversorgung
  • erhebliche Gefährdung von Kindern oder anderen Schutzbedürftigen
  • schwere Intoxikation oder medizinischer Notfall
  • eine Situation, die Beteiligte nicht mehr sicher bewältigen können

Die Website kann die Dringlichkeit nicht individuell beurteilen. Bei unmittelbarer Gefahr sollte professionelle Akuthilfe genutzt werden.

Hilfe in der Krise →

Häufige Fragen zum Krisenplan

Wann sollte ich einen Krisenplan erstellen?

Möglichst in einer stabilen und ruhigen Phase, nicht erst während einer akuten Krise. Auch nach einer Episode, bei einer neuen Diagnose oder nach Veränderungen in Behandlung oder Lebenssituation ist ein guter Zeitpunkt.

Wer sollte eine Kopie bekommen?

Nur Personen oder Stellen, mit denen dies bewusst vereinbart wurde. Nicht jeder Beteiligte benötigt automatisch die vollständige Fassung.

Ist ein Krisenplan rechtlich bindend?

Der hier erstellte allgemeine Plan ist eine persönliche Orientierungshilfe. Rechtlich verbindliche Vollmachten oder Vorsorgedokumente müssen gesondert fachkundig gestaltet werden.

Kann mein Partner mit dem Krisenplan über mein Konto verfügen?

Nein, nicht allein aufgrund dieses Plans. Finanzielle Befugnisse erfordern gesonderte und rechtlich geeignete Vereinbarungen.

Darf der Plan Medikamentendosierungen enthalten?

Nur wenn konkrete Maßnahmen zuvor ärztlich vereinbart und schriftlich dokumentiert wurden. Die Website gibt keine Dosierungsempfehlungen.

Was ist der Unterschied zwischen Krisenplan und Krisenpass?

Der Krisenplan ist ausführlich. Ein Krisenpass enthält nur besonders wichtige Informationen für einen schnellen Überblick.

Muss ich meinen Arbeitgeber informieren?

Nein, der Plan sollte keine pauschale Offenlegung empfehlen. Welche Informationen weitergegeben werden, hängt von der individuellen Situation und den eigenen Entscheidungen ab.

Wie oft sollte der Plan aktualisiert werden?

Immer dann, wenn Kontakte, Erfahrungen, Behandlung oder Lebensumstände sich wesentlich verändert haben. Eine starre Frist gilt nicht für alle Menschen.

Was passiert mit meinen Eingaben?

Deine Eingaben werden ausschließlich lokal im Speicher dieser Browsersitzung gehalten. Sie werden nicht an bipolare.de oder externe Analyse- und Werbedienste übertragen. Beim Neuladen oder Schließen der Seite gehen nicht exportierte Eingaben verloren.

Kann der Krisenplan eine Klinikaufnahme verhindern?

Das lässt sich nicht garantieren. Der Plan kann Kommunikation und frühe Unterstützung erleichtern, ersetzt aber keine notwendige Behandlung.

Was tun, wenn die betroffene Person den Plan in einer Krise ablehnt?

Sicherheit, konkrete Gefährdung und professionelle Einschätzung sind wichtiger als das Durchsetzen des Dokuments. Angehörige sollten den Plan nicht mit Gewalt oder Täuschung erzwingen.

Den Krisenplan sinnvoll vorbereiten

Quellen und redaktioneller Stand

Berücksichtigte Quellen für die redaktionelle Arbeit:

  • Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen: Vorsorge und Krisenplan.
  • Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen: Krisenplan für Betroffene.
  • Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen: Informationen zu Suizidalität.
  • gesund.bund.de: Bipolare Störung; sozialpsychiatrischer Dienst.
  • NICE-Leitlinie zu bipolarer Störung, inklusive Empfehlungen zur Beteiligung von Angehörigen.
  • Qualitätsgesicherte Fachliteratur zu Krisenplanung, Psychoedukation und Rückfallvorsorge.

Die inhaltliche Ausrichtung orientiert sich an anerkannten Fachinformationen. Internationale Empfehlungen werden als solche gekennzeichnet.

Redaktioneller Status

Verfasst von der Redaktion bipolare.de. Die Inhalte werden redaktionell auf Basis öffentlich zugänglicher Fachinformationen erstellt und geprüft. Eine externe fachliche Prüfung ist für diese Seite nicht ausgewiesen; wir nennen sie nur dann, wenn sie tatsächlich stattgefunden hat.

Diese Seite ersetzt keine professionelle Krisenhilfe und kein gesondertes rechtliches Vorsorgedokument.

Diese Seite ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Diagnose und Behandlung. Fehler oder veraltete Informationen kannst du über die Kontaktseite melden.

Für die Zeit rund um eine Geburt lohnt sich ein eigener Plan: Kinderwunsch, Schwangerschaft und Wochenbett.