Kurz erklärt: Was bringt ein Stimmungstagebuch?
Ein Stimmungstagebuch kann persönliche Veränderungen über mehrere Tage sichtbar machen. Stimmung, Energie, Schlaf und Aktivität sollten dabei getrennt erfasst werden, weil sie sich unterschiedlich entwickeln können. Ergänzende Notizen können Belastungen, besondere Ereignisse oder eigene Frühwarnzeichen festhalten.
Die Einträge können bei der Vorbereitung eines Arzt- oder Therapiegesprächs helfen. Ein einzelner Wert erlaubt aber keine medizinische Einordnung. Diagramme zeigen ausschließlich die eingegebenen Werte und erkennen keine Episode. Nutzer müssen nicht jeden Tag dokumentieren. Wenn das Eintragen belastet oder zu ständiger Selbstkontrolle führt, kann eine Pause sinnvoll sein. Medizinische Fragen gehören in die Hand behandelnder Fachpersonen.
Was ist ein Stimmungstagebuch bei bipolarer Störung?
Ein Stimmungstagebuch ist eine persönliche Dokumentationshilfe. Es hält subjektive Beobachtungen fest und kann Entwicklungen über Tage, Wochen oder Monate sichtbar machen. Es kann helfen, Erinnerungen für ein Gespräch zu strukturieren, ersetzt aber keine ärztliche Verlaufsbeurteilung. Das Tagebuch muss nicht vollständig oder perfekt geführt werden.
Nutzer entscheiden selbst, welche Bereiche sie dokumentieren. Einträge dürfen rückwirkend ergänzt werden, sollten dann aber als nachträglich eingetragen erkennbar bleiben. Die Dokumentation darf jederzeit pausiert oder beendet werden.
- Stimmungvorherrschend gedrückt bis gehoben
- Energiegetrennt von der Stimmung
- SchlafDauer, Qualität, Bedürfnis
- Aktivitätim Vergleich zu üblich
- Reizbarkeitinnere Anspannung
- Persönliche NotizenEreignisse, Auslöser, Warnzeichen
Welche Angaben können im Stimmungstagebuch sinnvoll sein?
Stimmung
Eine subjektive Einschätzung der vorherrschenden Stimmung, etwa auf einer siebenstufigen persönlichen Skala von „deutlich gedrückt“ über „ausgeglichen“ bis „deutlich gehoben“. Die Skala ist keine medizinische Klassifikation und beschreibt keine Diagnose.
Energie
Eine eigene Skala für die erlebte Energie, unabhängig von der Stimmung. Beide Bereiche können sich unterschiedlich entwickeln.
Schlaf
Möglich sind Angaben zu Zubettgehen, ungefährer Einschlafzeit, nächtlichen Wachphasen, Aufstehzeit, geschätzter Dauer, Schlafqualität und Müdigkeit nach dem Aufstehen. Ein vermindertes Schlafbedürfnis sollte als persönliche Beobachtung erfasst werden und nicht automatisch aus der Schlafdauer berechnet werden.
Aktivität
Subjektive Einschätzung im Vergleich zum eigenen Alltag: „deutlich weniger als üblich“, „weniger als üblich“, „etwa wie üblich“, „mehr als üblich“, „deutlich mehr als üblich“.
Reizbarkeit oder innere Anspannung
Optional und getrennt von der Stimmung.
Besondere Ereignisse
Optional als kurze Notiz, etwa Belastungen, Konflikte, Reisen, Schichtarbeit, Krankheit, besondere Erfolge, Veränderungen des Tagesrhythmus, Alkohol oder andere Substanzen. Ein zeitlicher Zusammenhang beweist keine Ursache.
Persönliche Frühwarnzeichen
Optional als Freitext oder Auswahl aus selbst hinterlegten Warnzeichen. Es wird keine universelle Warnzeichenliste automatisch als Diagnose ausgewertet.
Medikamente
In der ersten Version nur optional: Einnahme wie persönlich vorgesehen als ja, nein, teilweise oder keine Angabe sowie eine freie Notiz für das eigene Gespräch. Es werden keine Dosierungen empfohlen und keine Wechselwirkungen berechnet.
Warum sollten Stimmung, Energie und Schlaf getrennt erfasst werden?
Stimmung und Energie sind unterschiedliche Dimensionen. Eine Person kann gedrückte Stimmung und gleichzeitig starke innere Aktivierung erleben. Eine gehobene Stimmung kann mit normaler oder hoher Energie auftreten. Wenig Schlaf kann mit starker Müdigkeit einhergehen; ein vermindertes Schlafbedürfnis beschreibt dagegen wenig Schlaf ohne die übliche Müdigkeit.
Hohe Energie allein ist kein Beweis für Hypomanie oder Manie. Niedrige Energie allein beweist keine Depression. Gemischte Veränderungen lassen sich durch eine einzelne Stimmungsskala nicht angemessen darstellen.
Die vier Felder können unabhängig voneinander ausgefüllt werden. Es entsteht keine automatische Gesamtnote.
Wie häufig sollte ein Stimmungstagebuch ausgefüllt werden?
Ein kurzer täglicher Eintrag kann für manche Menschen hilfreich sein. Andere dokumentieren nur an auffälligen Tagen oder mehrmals pro Woche. Ein möglichst ähnlicher Zeitpunkt kann Vergleiche erleichtern. Mehrere Einträge pro Tag sind möglich, können aber auch zu übermäßiger Selbstbeobachtung führen. Lücken sind erlaubt.
Das Werkzeug erzeugt bewusst keine Streaks, Erfolgsserien, Abzeichen oder Benachrichtigungen und schickt keine manipulativen Hinweise. Ein Eintrag pro Kalendertag ist der Standard, ein zusätzlicher Eintrag mit Uhrzeit ist möglich. Nachträgliche Einträge werden als solche gekennzeichnet.
Stimmung, Energie und Schlaf dokumentieren
Dieses Werkzeug läuft vollständig in deinem Browser. Es speichert nichts dauerhaft, schickt keine Daten an bipolare.de und verwendet keine externen Dienste. Beim Neuladen oder Schließen der Seite gehen nicht exportierte Einträge verloren.
Neuen Tageseintrag anlegen
Meine Einträge dieser Sitzung (0)
Es sind noch keine Einträge vorhanden. Neue Einträge erscheinen hier chronologisch.
Verlauf und Diagramme
Für diesen Zeitraum liegen Einträge an 0 von 30 Tagen vor. Für eine medizinische Einordnung reicht diese Darstellung nicht aus.
Tabellenansicht (zugänglich)
| Datum | Stimmung | Energie | Schlaf (h) | Aktivität |
|---|
Mein persönlicher Vergleichsbereich (optional)
Selbst gewählter Bereich zur Orientierung. Keine medizinische Norm, keine automatische Warnung bei Abweichungen. Der Bereich wird nur zur Ansicht in den Diagrammen dargestellt.
Einträge exportieren, drucken oder löschen
Alle Aktionen laufen ausschließlich lokal in deinem Browser. Der Export wird nicht an bipolare.de übertragen. Prüfe vor dem Teilen, ob du Freitexte oder besonders sensible Angaben herausnehmen möchtest.
Import überschreibt die aktuelle Sitzung erst nach Bestätigung. Ungültige Dateien werden abgelehnt. Es werden keine externen Speicherorte verbunden.
Datenschutz und technische Speicherung
Deine Einträge betreffen sensible Gesundheitsinformationen. Diese Version des Stimmungstagebuchs arbeitet ausschließlich im privaten Sitzungsmodus:
- Alle Eingaben verbleiben im flüchtigen Arbeitsspeicher deines Browsers.
- Es findet keine dauerhafte Speicherung statt: kein Cookie, kein Local Storage, kein Session Storage, keine IndexedDB, keine URL-Parameter.
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- Export, Import und Druck erfolgen ausschließlich lokal in deinem Browser.
Eine dauerhafte Speicherung im Browser ist auch künftig nicht vorgesehen. Wenn du Einträge behalten möchtest, nutze den lokalen Export oder die Druckansicht.
Was kann ich tun, wenn mich das Stimmungstagebuch belastet?
Das Tagebuch ist freiwillig. Lücken sind erlaubt. Du darfst einzelne Bereiche ausblenden, weniger häufig eintragen oder pausieren. Dokumentation sollte nicht den gesamten Alltag bestimmen. Häufiges Kontrollieren der Diagramme kann bei manchen Menschen zusätzlichen Druck erzeugen. Die Methode lässt sich gemeinsam mit behandelnden Fachpersonen anpassen.
Angehörige sollten nicht auf tägliche Einträge bestehen. Das Tagebuch darf nicht als Beweis oder Druckmittel verwendet werden.
Wann sollten Veränderungen professionell besprochen werden?
Beispiele für Anlässe, ein Behandlungsgespräch nicht aufzuschieben:
- deutlich weniger Schlaf über mehrere Nächte
- vermindertes Schlafbedürfnis mit ungewöhnlich hoher Energie
- starke Zunahme von Aktivität, Reizbarkeit oder Risikoverhalten
- anhaltend gedrückte Stimmung, ausgeprägte Hoffnungslosigkeit
- zunehmender sozialer Rückzug, starke innere Unruhe
- gemischte belastende Veränderungen oder psychotische Wahrnehmungen
- deutliche Beeinträchtigung des Alltags
- Unsicherheit wegen einer möglichen Episode
- belastende Veränderungen nach einer Medikamentenumstellung
Das Tagebuch kann Beobachtungen sichtbar machen, aber nicht entscheiden, ob eine Behandlung geändert werden sollte. Weiterführend: Diagnose, Behandlung, persönliche Frühwarnzeichen und persönlicher Krisenplan.
Sollte ich mein Stimmungstagebuch mit anderen teilen?
Nutzer entscheiden selbst, welche Einträge sie teilen. Nicht jede Vertrauensperson benötigt alle Notizen. Freitext kann vor einem Export entfernt werden. Angehörige dürfen das Tagebuch nicht heimlich kontrollieren. Gemeinsame Absprachen sollten möglichst in stabilen Phasen erfolgen. Behandelnde Fachpersonen entscheiden selbst, in welcher Form sie die Dokumentation nutzen können. Das Teilen eines Exports ersetzt kein persönliches Gespräch. Besonders sensible Angaben sollten bewusst ausgewählt werden.
Weiterführend: Informationen für Angehörige · Unterstützung während einer Depression.
Häufige Fragen zum Stimmungstagebuch
Kann ein Stimmungstagebuch eine Manie erkennen?
Nein. Es kann selbst eingetragene Veränderungen darstellen, aber keine manische Episode diagnostizieren oder sicher vorhersagen.
Welche Skala sollte ich verwenden?
Eine einfache und verständliche persönliche Skala kann ausreichen. Stimmung und Energie sollten möglichst getrennt erfasst werden.
Muss ich jeden Tag einen Eintrag machen?
Nein. Regelmäßigkeit kann hilfreich sein, Lücken sind aber erlaubt.
Sollte ich mehrere Einträge pro Tag machen?
Das ist möglich, aber nicht immer nötig. Zu häufiges Eintragen kann zusätzlichen Druck erzeugen.
Wie dokumentiere ich Schlaf?
Beispielsweise über Schlafenszeit, Aufstehzeit, geschätzte Dauer, Qualität und Müdigkeit. Ein vermindertes Schlafbedürfnis sollte als persönliche Beobachtung und nicht allein anhand einer Stundenzahl erfasst werden.
Kann eine Smartwatch die Werte automatisch übernehmen?
In der ersten Version nicht. Wearables liefern außerdem Schätzwerte und keine Diagnose. Es sollen keine externen Gesundheitsplattformen angebunden werden.
Sind meine Daten gespeichert?
Nein. Deine Einträge werden ausschließlich im Arbeitsspeicher dieser Browsersitzung gehalten. Sie werden nicht an bipolare.de übertragen, nicht in Cookies, Local Storage, Session Storage oder IndexedDB geschrieben und beim Neuladen oder Schließen der Seite verworfen.
Kann ich die Daten meinem Arzt zeigen?
Ja. Du kannst einen selbst ausgewählten Zeitraum lokal exportieren oder ausdrucken. Das Dokument bleibt eine persönliche Selbstdokumentation.
Was ist bei fehlenden Tagen?
Fehlende Tage bleiben als Lücken sichtbar und werden nicht automatisch ergänzt.
Kann ich nachträgliche Einträge machen?
Ja, sofern sie als nachträglich eingetragen erkennbar bleiben.
Was passiert, wenn mich die Dokumentation belastet?
Eine Pause oder eine vereinfachte Form kann sinnvoll sein. Bei Bedarf kann die Methode mit behandelnden Fachpersonen besprochen werden.
Die Einträge sinnvoll nutzen
Quellen und redaktioneller Stand
Berücksichtigte Quellen für die redaktionelle Arbeit:
- NICE-Leitlinie zu bipolarer Störung, Empfehlungen zur Selbstbeobachtung.
- Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen: Informationen zu Psychoedukation und Selbstbeobachtung.
- gesund.bund.de: Bipolare Störung.
- Qualitätsgesicherte Fachliteratur zu Mood Monitoring, Schlaf und Rückfallvorsorge.
- Grundlagen zur lokalen Verarbeitung sensibler Gesundheitsdaten im Browser.
Redaktioneller Status
Verfasst von der Redaktion bipolare.de. Die Inhalte werden redaktionell auf Basis öffentlich zugänglicher Fachinformationen erstellt und geprüft. Eine externe fachliche Prüfung ist für diese Seite nicht ausgewiesen; wir nennen sie nur dann, wenn sie tatsächlich stattgefunden hat.
Das Stimmungstagebuch ist ein Dokumentationswerkzeug ohne automatische Auswertung, ohne Score und ohne Diagnosefunktion.
Diese Seite ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Diagnose und Behandlung. Fehler oder veraltete Informationen kannst du über die Kontaktseite melden.
